Pferdehalterhaftpflichtversicherung

Ratgeber zur Pferdehalterhaftpflicht


Notwendigkeit der Pferdehalterhaftpflichtversicherung
Nach §833 BGB haftet der Pferdehalter für sämtliche Sach- Personen- und Vermögensschäden, die durch ein privat gehaltenes Pferd verursacht werden. Eine passende und umfassende Versicherung für Pferd und Halter ist deshalb angeraten.


Bei Schadensfall beachten
Der Versicherungsnehmer ist verpflichtet, einen Schaden so gering als möglich zu halten, das bedeutet zum Beispiel: Wurde eine Person durch das Pferd verletzt, muss der Tierhalter sich um diese Person kümmern und eventuell Hilfe holen. Die Schadensmeldung muss sofort, spätestens innerhalb einer Woche erfolgt sein. Genaue Angaben des Vorfalles sind zu machen:
  • Was ist passiert?
  • Wo ist es passiert?
  • Wann ist es passiert?
  • Wie ist es passiert?
  • Warum ist es passiert (was war der Anlass)?
  • Welche Schäden sind entstanden?
  • Wer wurde geschädigt?
  • Wer ist Zeuge? (Name und Adresse angeben).
Musste sich die geschädigte Person einer ärztlichen Behandlung unterziehen, so ist auch das im Bericht zu vermerken.

Um eine schnelle und zügige Schadensregulierung zu erreichen, ist es ratsam, die Schadensmeldung gemeinsam mit dem Geschädigten zu verfassen und zu unterschreiben. Alle Angaben müssen wahrheitsgemäß und richtig gemacht werden, da man sonst den Versicherungsschutz riskiert.


Die Deckungssumme
Durch eine Verletzung und eventuelle Folgeschäden einer Person kann schnell die Millionenhöhe erreicht werden. Deshalb ist ein Mindestbetrag von 5.000.000 Euro angeraten. Schmerzensgeld, Krankenhausbehandlungen, zu zahlende Unfallrente sind keine Seltenheit und können den Pferdehalter ohne entsprechenden Versicherungsschutz ruinieren.


Risiken zusätzlich absichern
Da die Angebote der Versicherungen sehr unterschiedlich sind, lohnt ein Vergleich. Man sollte auf keinen Fall nur die Höhe der Prämien beachten, sondern ebenfalls die Höhe der Deckungssumme und die Absicherung individueller Gefährdungen berücksichtigen.
Wer sein Pferd in einem Pensionsstall stehen hat, sollte in die Versicherung Schäden an Mietställen und Mietboxen mit einschließen.
Wenn andere Personen auf dem Pferd reiten (Reitbeteiligung), sollte eine Absicherung für Fremd- und Gastreiter ebenfalls erfolgen.
Bei Turnieren können zum Beispiel Schäden an Transportanhängern verursacht werden. Hier empfiehlt sich die Absicherung der Turnierteilnahme.


Kündigung der Versicherung
Jeder Vertrag hat eine Kündigungsfrist zum Ablaufdatum von drei Monaten. Nach einem regulierten Schaden besteht ein Sonderkündigungsrecht innerhalb eines Monats.
Auf alle Fälle sollte keine Lücke im Versicherungsschutz bestehen, da man dann im Schadensfall, der sich innerhalb dieser Zeit ereignet, selbst haftet.
Die Pferdehalterhaftpflichtversicherung kann bei Tod des Pferdes oder Veräußerung mit sofortiger Wirkung auf schriftlichem Wege gekündigt werden.
Auf Antrag erhält man die bereits bezahlten Beträge anteilig zurück.