Haftpflichtversicherung - Versicherungen Vergleichen
Haftpflichtversicherung

Häufig gestellte Fragen (FAQ’s) zur Privaten Haftpflichtversicherung



Im folgenden finden Sie präzise und leicht verständliche Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ's = Frequently Asked Questions) zur privaten Haftpflichtversicherung. Das ermöglicht Ihnen eine entscheidende Erweiterung Ihres Wissens und eine bessere Orientierung rund um das Thema Privathaftpflichtversicherung. Aus welchen Gründen ist eine private Haftpflichtversicherung zu empfehlen?
Die private Haftpflichtversicherung ist eine Grundversicherung, die Sie vor Schadensersatzansprüchen anderer schützt. Leichtsinn, Vergesslichkeit oder manchmal auch einfach nur Pech können hohe Schäden bis in Millionenhöhe verursachen – Haftpflichtansprüche könnten somit Ihre wirtschaftliche Existenz ruinieren! Deshalb ist eine private Haftpflichtversicherung für Sie wichtig, unabhängig von Ihrem Alter und Ihrem gegenwärtigen wirtschaftlichen Wohlstand.

Was ist der Sinn einer Forderungsausfallsversicherung?
Einige Versicherer bieten in vergünstigten Tarifen den Ausschluss der sogenannten Forderungsausfallsdeckung als Zusatzbaustein an. Wenn Sie dann durch eine bestimmte Person einen Schaden erleiden würden, die weder privathaftpflichtversichert noch zahlungsfähig ist, entfiele für Sie jeglicher Schadensersatz durch die Versicherung. Das hiesse, dass Sie die Ihnen entstandenen Kosten zur Behebung des Schadens selbst tragen müssten. Diese können – vor allem im Falle von körperlichen Schäden – zu einer großen finanziellen Belastung für Sie werden. Vor einem solchen Szenario sollten Sie sich daher durch den Einschluss einer Forderungsausfallsdeckung in Ihre Private Haftpflicht-Versicherung schützen. Die Versicherung springt in diesem Fall für Sie ein und leistet Schadensersatz.

Beachten Sie dabei aber, dass die Privathaftpflicht normalerweise erst dann zahlt, wenn der Versicherte alle eigenen rechtlichen Möglichkeiten ausgeschöpft hat, um den erlittenen Schaden von dem Schädiger selbst ersetzt zu bekommen. Darüber hinaus springt die Versicherung auch erst ab einer bestimmten Schadenshöhe für Sie ein: Sogenannte Bagatellschäden bis ca. € 2.000 .- sind in der Regel von der Forderungsausfallsdeckung ausgenommen.

Bis zu welchem Alter sind Kinder deliktunfähig?
Für Familien mit Kindern ist der Abschluss einer Privaten Haftpflichtversicherung unbedingt zu empfehlen, denn, wenn Kinder einen Schaden verursachen, haften deren Eltern dafür grundsätzlich mit ihrem gesamten Vermögen. Dabei ist es besonders wichtig, zu wissen, dass Kinder in einem Alter von unter 7 Jahren im privaten Bereich und bis 10 Jahren im Verkehrsbereich rechtlich als nicht deliktfähig gelten und somit nicht für Schadensersatz belangt werden können. Entsteht also ein Schaden, obwohl die Eltern ihre Aufsichtspflicht nicht verletzt haben, können weder die Eltern noch das Kind zur Zahlung eines Schadensersatzes verpflichtet werden. Um ihr Gesicht zu wahren, zahlen viele Eltern in solchen Fällen die an sie gerichtete Schadensersatzansprüche jedoch anstandshalber aus eigener Tasche, ohne rechtlich dazu verpflichtet zu sein. Je nach den persönlichen Anforderungen besteht noch die Möglichkeit, sich vor zusätzlichen Schäden zu schützen, zum Beispiel könnte sich der Versicherungsschutz auch auf die Tätigkeit einer im Haushalt beschäftigten Tagesmutter erstrecken.

Was ist unter einem Gefälligkeitsschaden zu verstehen?
Ein Gefälligkeitsschaden ist ein Sachschaden, den der Privathaftpflichtversicherte bei einer unentgeltlichen Hilfeleistung (z.B. bei einem Wohnungsumzug) am Eigentum eines anderen verursacht.

Von der Rechtslage her ist weder der Verursacher noch die Versicherung dazu verpflichtet, den Schaden zu ersetzen, denn es gilt ein Haftungsausschluss bei Gefälligkeiten. Üblicherweise leisten die meisten Privaten Haftpflichtversicherungen aber auf Wunsch des Versicherungsnehmers trotzdem, wenn der Gefälligkeitsschaden auf Fahrlässigkeit zurückzuführen ist. Allerdings wird für die Erstattung eines solchen rechtlich nicht ersatzpflichtigen Gefälligkeitsschadens durch die Versicherung eine Obergrenze festgelegt.

Was ist ein Vermögensschaden?
Ein Vermögensschaden ist grundsätzlich dann gegeben, wenn dem Geschädigten dadurch ein finanzieller Nachteil entsteht. Man unterscheidet hierbei zwischen einem reinen Vermögensschaden, d.h. einer Schädigung ohne Sach- oder Personenschäden, und einem unechten Vermögensschaden.

Als ein Beispiel für einen reinen Vermögensschaden:
Person A sperrt im Keller eines Mietshauses einen Manager ein, der daraufhin aus diesem Grunde einen wichtigen Termin für einen Vertragsabschluss verpasst.

Unechte Vermögensschäden treten demgegenüber im Zusammenhang mit Personen- oder Sachschäden auf.

Welche Kündigungsfrist gilt für die Private Haftpflichtversicherung?
Die Private Haftpflichtversicherung kann regelmäßig binnen drei Monaten vor ihrer Hauptfälligkeit, d.h. vor dem Versicherungsablauf gekündigt werden. Ohne ausdrückliche Kündigung seitens des Versicherten gilt der Versicherungsvertrag jedoch stillschweigend als um ein weiteres Jahr verlängert, ohne dass es einer ausdrücklichen Verlängerung bedarf.

Ein Sonderkündigungsrecht besteht zum einen nach einem durch die Versicherung ersetzten Schaden, wenn der Kunde mit dem Schadensausgleich nicht zufrieden ist. In diesem Fall kann seitens des Versicherten binnen einem Monat nach Zahlung des Schadens fristlos gekündigt werden. Beachten Sie aber bitte, dass der Anspruch der Versicherungsgesellschaft auf die Versicherungsprämie trotz fristgemässer Kündigung bis zum Ende des Versicherungsjahres fortbesteht.

Erhöht zum anderen die Versicherungsgesellschaft einseitig die Beiträge, ohne zugleich ihren Leistungsumfang zu erweitern, besteht ebenfalls ein Sonderkündigungsrecht seitens des Versicherten. Dieses Recht können Sie binnen einem Monat, nachdem Ihnen die Beitragserhöhung mitgeteilt wurde, geltend machen.

Welche Schäden werden nun durch eine private Haftpflichtversicherung überhaupt beglichen?
In erster Linie werden Personen- und Sachschäden ersetzt. Darüber hinaus werden auch noch reine Vermögensschäden von der Versicherung ersetzt, die nicht als Sachschäden gelten.

Welche Versicherungssumme, darunter versteht man die von der Versicherung vertraglich zu leistende Obergrenze des auszugleichenden Schadens, sollte seitens der Versicherung mindestens garantiert werden?

In der Regel liegt diese Summe zwischen 1 und 10 Millionen Euro. Bei geringen Beitragsdifferenzen sollten Sie sich aber für eine möglichst hohe Versicherungssumme bei ihrer Privathaftpflichtversicherung entscheiden. So sollte für Personen- und Sachschäden eine Mindestversicherungssumme von 3 Millionen Euro vereinbart werden, da insbesondere Personenschäden schnell Millionenhöhe erreichen können. Gerade wenn es um Ihre Kinder geht, sollten Sie auf eine ausreichend hohe Deckungssumme achten, da es gar nicht so selten vorkommt, dass Kinder hohe Schäden verursachen (z.B. durch Fussballspielen, “Zündeln” etc.).

Warum ist vor einer vertraglich vereinbarten Selbstbeteiligung zu warnen?
Eine Selbstbeteiligung ermöglicht Ihnen nur scheinbar einen günstigeren Beitrag. Denn im Schadensfalle müssten Sie sich an dem Schadensausgleich entsprechend der Vereinbarung selbst beteiligen. Das wäre für Sie ärgerlich, auch wenn es sich nur um € 150.- handeln sollte. [nach oben]